Liebe Kolleginnen und Kollegen,
nach Salat, Tomaten, Gurke & Co. wurden nun Sprossen als Übeltäter für die EHEC-Erkrankungen ausgemacht.
Obwohl in den letzten Wochen wohl keiner mehr Sprossen gegessen hat, melden die norddeutschen Gesundheitsbehörden weiterhin neue EHEC-Erkrankungen.
Am 21. Juni war im NDR ein Beitrag zu hören, in dem berichtet wurde, wie die Reinigung der Abwässer durch die Kläranlagen zu bewerten ist. Zu diesem Thema kam auch der Biologe und Abteilungsleiter des Lübecker Zentralklärwerks, Enno Thyen, zu Wort. In dem Bericht hieß es: „(…) Ein Rechen entfernt zunächst die groben Verunreinigungen. Wenn hier EHEC-Keime vorhanden sind, ziehen sie zunächst zu den nächsten Filterstufen. Dort sinkt die Keimbelastung um den Faktor 1.000, vor allem weil Schwebeteilchen aus dem Wasser entfernt werden. So sind am Ende zwar weniger Bakterien im Wasser, aber Keime verschwinden nicht vollständig. Bei normalen Coli-Bakterien ist das laut Thyen kein großes Problem, weil das Sonnenlicht und niedrige Temperaturen dafür sorgen, dass sich die Konzentration weiter verringert. “Aber dieser EHEC-Keim ist ein bisschen widerstandsfähiger. Also wir müssen damit rechnen, dass der draußen etwas länger überlebt”, sagt der Biologe. (…)“
Der Leiter des Instituts für Mikrobiologie und Hygiene des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Werner Solbach, erklärt, dass der Keim auch durch genesene EHEC-Patienten in Umlauf gehalten werde, die den Keim auch weiterhin ausscheiden würden. Dies würde zwar nach einer gewissen Zeit aufhören, aber bis dahin könne der Keim durch Schmierinfektionen weiter verbreitet werden. Laut Aussage des Mikrobiologen können selbst Menschen, die nie an EHEC erkrankt waren, den Keim weiter verbreiten. “Symptomlose Dauerausscheider”, nennt sie der Mikrobiologe.
In Spiegel Online vom 23.06.11 stand zu lesen: „(…) Das Umweltbundesamt hatte zuvor vor Panikmache gewarnt. “Dass nun in einem Fluss mit Abwassereinfluss ein Ehec vom Ausbruchsstamm nachgewiesen werden konnte, ist nicht überraschend”, hatte der Präsident des Amtes, Jochen Flasbarth, mitgeteilt. “Abwasser enthält immer auch Krankheitserreger, vor allem von solchen Krankheiten, die in der Bevölkerung gerade grassieren.” Die meisten Kläranlagen können Keime nicht vollständig eliminieren (…)
Weiter heißt es: “(…) Im Ablauf einer Kläranlage wird man immer Keime finden”, sagte Ulf Theilen, Dozent für Siedlungswasserwirtschaft an der Technischen Hochschule Mittelhessen. Die herkömmlichen Anlagen würden Ehec-Erreger nicht zurückhalten. Das “gereinigte Abwasser” enthalte eine gewisse “Rest-Verunreinigung”. Dazu gehörten auch E. coli-Bakterien, zu denen Ehec zählt. (…)”
Hierbei ist zu bedenken, dass es bei einem durch eine Darmerkrankung oder Antibiotikagaben vorgeschädigten Organismus nur 10 – 50 EHEC-Keime bedarf, um eine Erkrankung auszulösen, da dieser hoch pathogen ist! Normalerweise bedarf es bei anderen Darminfektionen über 1 Mio. Keime …
Doch die Beruhigung folgt auf dem Fuß. Weiter unten steht da zu lesen: “(…) Trinkwasser ist dagegen eine sichere Quelle zum Durstlöschen: Trinkwasser wird aus Grundwasser bezogen, das in Wasserwerken aufbereitet wird. Es muss den Normen der Trinkwasserverordnung entsprechen. Keime wie E. coli-Bakterien dürfen nicht enthalten sein - andernfalls müssen sie nach Angaben des Umweltbundesamts abgetötet werden. “Trinkwasser aus größeren öffentlichen Versorgungen ist sehr sicher vor Ehec”, so die Behörde. (…)”
Na, wenn das keine überzeugende Aussage ist!!! Wo doch, wie zuvor gehört, die Wasserwerke die EHEC-Keime wegen ihrer Resistenzen nicht vollständig entfernen können, ja wegen der Antibiotika-Rückstände sogar noch resistenter werden. Und eingedenk der Tatsache, dass Grundwasser oder Wasser aus Talsperren dem aufbereiteten Abwasser (auch Ihrer Toilettenspülung!) nur so viel beigemischt wird, bis die momentan gültigen Grenzwerte erreicht sind, aber auch die Grenzwerte für Coli-Keime. Pech ist eben nur, dass EHEC besonders aggressiv und pathogen ist und sich anders verhält als der Grenzwert für Coli-Keime!
Weiter heißt es: „Hygiene bleibt die beste Waffe gegen EHEC“ (…) „Das beste Mittel gegen eine zweite EHEC-Welle sei es, weiterhin die Hygieneregeln einzuhalten – also sich häufig die Hände zu waschen (…)”
Ein weiterer Trugschluß, denn auch dies wirkt nur bedingt. Wirklich helfen würde die flächendeckende Aufstellung von Behältern mit Handdesinfektionsmittel, doch die müßten dann auch genutzt werden, vor allem in allen öffentlichen Toilettenanlagen (s. hierzu auch den offenen Leserbrief von Dr. Peter Kreisl an die SZ, den wir in unserem letzten Beitrag: “EHEC - Grund zur Sorge oder Panikmache?” veröffentlicht haben).
Wenn Sie noch ein Argument gebraucht haben, um sich ein Umkehr-Osmose-Gerät anzuschaffen, wie z. B. das Aqua-vitalis nach Martin Keymer, um Ihr Trinkwasser in reines, vitales Wasser aufzubereiten, dann haben Sie es nun bekommen und sollten sich und Ihrer Familie zuliebe umgehend handeln!
gez. Martin Keymer
Quellen:
http://www.ndr.de/regional/ehec715.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,769946,00.html
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