Quelle: Dr. Thomas Ternes (Abbau und Verhalten von Pharmaka in aquatischen Systemen, Schriftenreihe Wasserforschung 6/Chemische Streßfaktoren in aquatischen Systemen 2000, S. 23 - 33)
Dr. Thomas Ternes vom ESWE-Institut für Wasserforschung und Wassertechnologie in Wiesbaden weist in einer Veröffentlichung in der Fachzeitschrift “Schriftenreihe Wasserforschung” darauf hin, daß “als Vorfluter genutzte Fließgewässer beträchtliche Konzentrationen an Pharmaka (Arzneistoffe) aufweisen. Die Rückstände von Arzneistoffen aus dem Humanbereich sind im kommunalen Abwasser und Kläranlagenabläufen in hohen Konzentrationen. Da die Humanpharmakas teilweise bis zu 50% unverändert ausgeschieden werden, ist mit einem verbreiteten Auftreten der Arzneimittelwirkstoffe im kommunalen Abwasser zu rechnen.
Die Abwasserreinigung führt zwar in der Regel zu einer deutlichen Reduzierung der Abwasserfrachten, eine vollständige Eliminierung war jedoch nicht zu beobachten. Dies ist vor allem für kleinere Fließgewässer mit einem hohen Abwasseranteil zu beobachten. Da die Einträge (Rückstände) an Pharmaka in die Gewässer maßgeblich über die Kläranlagen erfolgen, stammen die Verbindungen vor allem aus der Humanmedizin und nicht aus der Veterinärmedizin bzw. Landwirtschaft. Nachweisbar waren Antirheumatika (Rheumamittel), Analgetika (Schmerzmittel), Betablocker, Bronchospasmolytika, Lipidsenker, Antiepileptika, Antibiotika, Kontrazeptiva (Hormone aus der Antibabypille) und Röntgenkontrastmittel.
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